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Charlotte Wolff

„Grenzüberschreitung, das ist das Wort, das ist überhaupt das ganze Thema meines Interesses und vielleicht meines Lebens. Es interessiert mich alles, was anders ist und wahrscheinlich, weil ich anders bin.“

Charlotte Wolff, geboren am 30. September 1897 in Westpreußen, war jüdische Ärztin, Psychiaterin, Sexualwissenschaftlerin und Schriftstellerin. Sie flüchtete 1933 vor den Nazis aus Berlin, fand im französischen Exil ein neues wissenschaftliches Forschungsgebiet und erhielt damit bald auch berufliche Anerkennung. 1936 flüchtete sie nach London und eröffnete dort 1951 eine eigene psychiatrische Praxis.

Charlotte Wolff gilt als Pionierin der Sexualforschung und veröffentlichte 1971 in London die erste wissenschaftliche Studie über lesbische Liebe und 1977 über Bisexualität. Ihre Autobiografie „Augenblicke verändern uns mehr als die Zeit“ aus dem Jahr 1980 gibt Aufschluss über ihr bewegtes Leben, über ihre Begegnungen mit SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen im Berlin der 1920er Jahre, ihre Flucht aus Paris und London und schließlich ihre Begegnungen mit Feministinnen im Berlin der 1980er Jahre. Charlotte Wolff verstarb am 12. September 1986 in London.

 

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Letzte Änderung: 10.02.2016 (JIO)