forum homosexualität münchen e.V. | Veranstaltungen
 

Veranstaltungen

Hier finden sich Veranstaltungen des forum homosexualität münchen e.V. sowie Tipps zu weiteren empfehlenswerten Veranstaltungen.

Bitte beachten: Unsere Räume in der Bayerstr. 77a RGB III sind leider nicht barrierefrei.

Vergangene Veranstaltungen finden sich unten im Menüpunkt "Rückschau".

 

Philipp Gufler: I'm in Love with a Statue

19. Juni bis 13. Juli 2019

DIE AUSSTELLUNG WIRD VERLÄNGERT VOM: 26.06. – 13.07.2019

Die Galerie ist während den Pfingstferien geschlossen.

„They are attacking me, hypnotizing my eyes.
It is extending into the space, onto my body. My body is vulnerable. I'm loosing control. My central-nervous system is numb.
It has to be removed, destroyed.“

aus The Responsive Body von Philipp Gufler

Die Op-Art der 1960er Jahre vermittelt sich als Kunstströmung der Präzision und Kontrolle über den Gegenstand und feiert in überwältigenden Mustern die Kunst der Illusion. Einer der Heroen unter den Op-Art-Künstlern war Victor Vasarely, den in der Hochphase seines Schaffens die Idee bewegte, seinen Bildern umfassende Präsenz zu verschaffen. Das Logo von Renault bringt noch heute zum Ausdruck, wie sehr Vasarely in alle Poren des Alltags eintauchte. Seine Fondation in Aix-en-Provence sollte als Gesamtkunstwerk die Ideen des Künstlers verbreiten. Vasarely schuf für sein Museum 42 Monumentalwerke in den Maßen sechs auf acht Meter. 

Einige Tage am Ende des letzten Jahres verbrachte Philipp Gufler mit einem Team an Filmleuten und befreundeten Künstler_innen vor Ort, um sich am Ego und Egozentrismus eines Malers abzuarbeiten, welcher der Op-Art nachhaltig seine DNA einschrieb. Diogo Da Cruz, Johanna Gonschorek, Richard John Jones, Evelyn Taocheng Wang, Louwrien Wijers und Philipp Gufler formulieren die Wirkung der Werke körperlich. Die optischen Effekte der großformatigen Bilder affizieren die Anwesenden, das Sehen löst extreme Reaktionen des Körpers aus. Die Reizüberflutung führt zu Schwindelgefühlen – ganz ähnlich denen des Schriftstellers Stendhal, der 1817 beim Besuch von Santa Croce in Florenz von einem nervösen Anfall erfasst wurde. Das Stendhal-Syndrom ist in der Performance vor Vasarelys Gemälden eine Doppelfigur: im Schwindel offenbart sich die Ohnmacht der Rezipierenden und die Macht des Bildes über ihre Sinne.

In Guflers Videoinstallation The Responsive Body (2019) formulieren sich Fragen an das heteronormative, männliche Selbstverständnis einer Kunstrichtung. Gufler schleuste Texte der britischen Op-Art-Künstlerin Bridget Riley in seinen Film und gibt ihr damit Raum in einem egozentrischen Museum. Der Film wird in der Ausstellung auf eine Folie projiziert, deren Siebdruckmuster an einen Entwurf Bridget Rileys erinnert. Somit bringt die Projektion Vasarely, Riley und Gufler in Interaktion. Guflers Videoinstallation verhandelt dabei wesentliche Themen, die Vasarelys Kunst und ihrer Rezeption zu eigen sind: Kontrolle über die Muster und das Sehen, Wiederholung als Reproduktion, Macht über die Rezeption, Narzissmus und Selbstbespiegelung.

In den Spiegelbehälter und den Dreiecksspiegeln im ersten Stock der Galerie paraphrasieren sich diese Motive. Auch der rosa Winkel, den schwule KZ-Häftlinge in der Zeit des Nationalsozialismus sichtbar tragen mussten, formuliert eine Obsession für geometrische Figuren; zwanzig Jahre später extrahierte die Op-Art aus den berechenbaren Formen der Geometrie ihre Identität. Von den Spiegeln führt zudem ein Weg zum unvollendeten Schloss Herrenchiemsee des bayerischen Königs Ludwig II., der auf dem Chiemsee eine Reinkarnation von Versailles plante. Im Büro der Galerie hängt ein Quilt, das Gufler dem Träumer und selbst ernannten „Gralskönig“ Ludwig widmet. In der Ausstellung I’m In Love With A Statue entwickelt sich ein Dialog über Zeiten und Räume, ist der bayerische König zugleich Partner und Antipode Victor Vasarelys. Herrenchiemsee von 1878 begegnet der Fondation von 1976, in der Großen Spiegelgalerie des Schlosses auf der Chiemseeinsel spiegeln sich nicht nur die Phantasmen des Königs, sondern auch die Großkunstphantasien Vasarelys, wird die heroische Maskulinität persifliert.

Burcu Dogramaci

Galerie Françoise Heitsch
Amalienstr. 19, 80333 München, T +49 (89) 481 200, F +49 (89) 481 201

Öffnungszeiten: Mi – Fr 14:00 – 19:00, Sa 12:00 – 16:00
fheitsch@francoiseheitsch.de 

Die Videoinstallation THE RESPONSIVE BODY ist mit freundlicher Unterstützung der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftungund und der Stichting Stokroos entstanden.

Filmvorführung: RIOT SHORTS

8. Juli 2019, Beginn: 18:30

Das Queer Film Festival München zeigt: "RIOT SHORTS
Queerer Kurzfilmabend zum Thema 50 Jahre Stonewall

Einlass: 18:30 Uhr | Beginn: 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: Bahnwärter Thiel, Tumblinger Str. 29, 80337 München

 

PrideWeek - Archivführung

9. Juli 2019, Beginn: 18:00

Führung durch das Archiv des Forums

Im Rahmen der PrideWeek 2019 führen wir durch unsere Räume, stellen die gesammelten Materialien aus dem schwulen und lesbischen Leben der letzten Jahrzehnte vor und freuen uns über interessante Gespräche. Bitte um vorherige Anmeldung unter: info@forummuenchen.org oder 089/23269794

 

PrideWeek - Stadtführung

10. Juli 2019, Beginn: 15:00

ThemenGeschichtsPfad „Geschichte der Lesben und Schwulen in München“

Der Stadtspaziergang führt durch die manchmal bunten, manchmal düsteren Epochen des homosexuellen Münchner Stadtlebens. Er macht zwischen Altstadt und Isarvorstadt schwullesbisches Leben damals und heute greifbar.
Treffpunkt: Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz; Dauer ca. 2 Stunden.
Bitte um vorherige Anmeldung unter: info@forummuenchen.org oder 089/23269794

Vortrag im SUB: Erich Mühsam

10. Juli 2019, Beginn: 19:30

Erich Mühsam - "Queer"-Aktivist und Räterevolutionär

Erich Mühsam verfasste schon 1903 die queer-kämpferische Schrift "Die Homosexualität". Von 1909 bis 1919 lebte er in München-Schwabing und spielte hier als Anarchist in der Räterepublik vor 100 Jahren eine wichtige Rolle. 1910 wurde er vor dem Landgericht München u.a. deshalb angeklagt, weil er mit seinem offen schwulen Freund Johannes Nohl jahreland durch Europa gereist war. Referent: Wolfgang Scheel, Vorstand der Rosa Liste und queerer evangelischer Theologe, danach Diskussion.

Gedenkveranstaltung für Max Ursprung

12. Juli 2019, Beginn: 17:00

In der Dreimühlenstr. 28, dem ehemaligen Wohnort von Max Ursprung, findet während der Pride Week die Gedenkveranstaltung statt, mit Übergabe einer Erinnerungstafel. Die Festreden werden von Stadtrat Thomas Niederbühl, Albert Knoll vom forum homosexualität münchen e.V. und Stefan Dickas gehalten. Teilnehmen werden auch Vertreter*innen der Hausgemeinschaft Dreimühlenstr. 28 und Andreas Klose vom Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt.

Flyer:

CSD München 2019

13. Juli 2019

Das Forum ist mit Stand und CSD-Ausstellung am Marienplatz in München vertreten.

2. QueerART Nürnberg

11. bis 31. Oktober 2019

Vom 11.10.19 - 31.10.2019 findet die 2. QueerART, anlässlich "n2025" und "50Jahre Pride Bewegung" unter dem Motto „Zukunft – Gestern, Heute, Morgen“ statt.

Ort: südpunkt, Pillenreuther Str. 147,  90459 Nürnberg

Lesungen des Forums, im Rahmen der QueerART:

Sonntag, 13.10.2019, 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr, Raum: 1.09:
„Zwischen Nachkriegsfrust und Aufbruchslust“
Intergenerationale Lesung und Austausch zu lesbischem Leben in München und anderswo.
Im Buch „Zwischen Nachkriegsfrust und Aufbruchslust“ von Christine Schäfer schildern sieben Lesben der Jahrgänge 1930 bis 1941 ihr Leben in der Nachkriegszeit und während der Frauen- und Lesbenbewegung in München bzw. in der damaligen BRD. Eine jüngere Lesbe und eine der interviewten Lesben lesen Auszüge aus den Biografien und diskutieren mit Zeitzeuginnen und Publikum.

Freitag, 25.10.2019, 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr, Raum: Bibliothek:
„Vom Hitlerjungen zur Domina. Ein transsexuelles Leben im 20. Jahrhundert“
Lesung und Filmvorführung
Die Herausgeberin Linda Strehl liest aus dem Buch „Vom Hitlerjungen zur Domina. Ein transsexuelles Leben im 20. Jahrhundert“, von Kirsten Nilsson. Sie präsentiert Stationen aus Kirstens bewegtem Leben. Eine Filmcollage des Künstlers Philipp Gufler setzt sich mit Kirstens Biografie auseinander.

 

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Letzte Änderung: 06.06.2019 (FHM)