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Vernissage der Ausstellung: We are part of culture

12. bis 25. Juli 2018
Beginn: 19:00

WE ARE PART OF CULTURE - Großer Bahnhof für LGBTTIQ*

Die Kunstausstellung WE ARE PART OF CULTURE zeigt über 30 LGBTTIQ*-Persönlichkeiten von der Antike bis heute, die unsere Gesellschaft, unsere Kultur nachhaltig geprägt haben. 

Foto: We are part of culture, Gruppenbild

Die Portraits der Persönlichkeiten wurden von national und international bekannten Künstlerinnen und Künstlern in unterschiedlichsten Stilrichtungen speziell für die Ausstellung geschaffen. WE ARE PART OF CULTURE wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie der Bundeszentrale für politische Bildung.

Wir danken allen Organisatoren für diese gelungene Ausstellung und Vernissage!

Grußwort des Vereins forum homosexualität münchen e.V.:

Liebe Besucherinnen und Besucher der Ausstellung „We are Part of Culture“,

ich freue mich sehr, heute Abend hier in meiner Funktion als
Vorstandsmitfrau des Münchner Kultur- und Geschichtsvereins
„forum homosexualität münchen e.V. - Lesben und Schwule in Geschichte und Kultur“ an dieser Ausstellungseröffnung teilnehmen zu dürfen.
Lassen Sie uns gemeinsam eine kurze historische Zeitreise unternehmen:

1893 - Die Frauenrechtlerin und Aktivistin Anita Augspurg, Gründerin des bekannten Münchner Fotoateliers „Elvira“, nimmt von diesem Bahnhof den Zug Richtung Zürich, um sich an der dortigen Universität für ein Jurastudium einzuschreiben.
Als promovierte Juristin kehrt sie 1897 nach München zurück und wird sich über Jahrzehnte zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Lida Gustava Heymann unermüdlich für die Frauenrechte einsetzen und als Pazifistin vor Krieg und dem aufkommenden Nationalsozia-lismus warnen. 1921 - als Hanna Höch, Künstlerin, Dadaistin und Miterfinderin der Fotocollage, sich nach schweren Jahren endlich von Raoul Hausmann trennte, beschloss sie, von München nach Venedig und von dort weiter nach Rom zu Fuss zu gehen. Es ist davon auszugehen, dass sie, mit dem Zug am Münchner Bahnhof ankommend, hier ihre Wanderung über die Alpen begann.

Wie oft werden wohl die Mitglieder der berühmten Familie Mann hier an diesem Bahnhof angekommen und von hier auch abgefahren sein? Zuletzt am 10. Februar 1933, als Thomas Mann mit einem Teil seiner Familie zu einer europaweiten Vortragsreihe aufbrach und aufgrund der inakzeptablen Entwicklungen in Nazi-Deutschland nicht mehr nach München zurückkehrte.

Ganze 50 Jahre später, in den 1980er Jahre, im nahen und fuss-läufigen Glockenbachviertel, wohnte zeitweise Freddie Mercury. Der Frontmann der Rockband Queen fühlte sich in der Gay-Szene Münchens mehr als wohl. München war für ihn unkompliziert und er konnte hier „so leben und laufen wie er wollte“. Viele der hier in der Ausstellung vorgestellten Persönlichkeiten, verbindet in ihrer Biographie etwas mit München, nicht nur die von mir soeben Genannten. Die Schauspielerin Therese Giehse z. B., ein echtes Münchner Kindl, begrüßt sie auf der Einladung zu dieser Ausstellungseröffnung mit den Worten:

„Leben ist doch Veränderung. Die Situationen verändern sich, die Menschen, ihre Beziehungen zueinander. Man darf nichts erstarren lassen. Für ein Zusammenleben gibt es keine Regeln, keine vor-gegebenen Antworten.“

Therese Giehse und andere Held*innen der LGBTTIQ, nicht nur aus München und Bayern, finden Sie mit einem kurzen biographischen Steckbrief und Zitaten auch auf unserer Homepage.

Wir, das ist der Verein forum homosexualität münchen e.V. - Les-ben und Schwule in Geschichte und Kultur. Unser Verein wurde 1999 von kulturell und geschichtlich interessierten Lesben und Schwulen gegründet, die die Geschichte der Bewegung lebendig halten möchten. Wir veranstalten interessante Stadtführungen, Vorträge und Lesungen zu lesbischen, schwulen und transsexuellen Themen und veröffentlichen in eigenen Publikationen Forschungsergebnisse und Dokumente zu historischen und aktuellen LGBTTIQ-Themen. Der Verein unterhält ein umfangreiches Archiv und eine fachspezifische Bibliothek. Wir kooperieren und sind bestens vernetzt mit Institutionen der Münchner Szene sowie städtischen und überregionalen Trägern. Mein besonderer Dank gilt hier auch dem Kulturreferat der Stadt München, das unsere Arbeit seit vielen Jahren unterstützt.

In den bereits erwähnten Steckbriefen auf unserer Homepage stellen wir Menschen vor, die uns einer Erwähnung wert sind: lebende und bereits verstorbene, aus Bayern stammende oder anderswo beheimatete, berühmte und nicht berühmte, künstlerisch oder politisch tätige Frauen und Männer, lesbisch, schwul, transgender. Und in unserer Publikationsreihe „Lebensgeschichten“ würdigen wir in Einzelbiographien außergewöhnliche Schicksale und Lebensläufe und das spannt für uns den inhaltlichen Bogen zur heutigen Eröffnung der Ausstellung „We are Part of Culture“.

Natürlich freuen wir uns sehr über dieses engagierte Projekt 100 % MENSCH und die hier in dieser Ausstellung vorgestellten Persön-lichkeiten, Aktivist*innen und vor allem gleich- und/oder mehrge-schlechtlich liebenden Menschen, der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Trans- und Intersexuellen.

Bitte nehmen Sie sich Zeit und besuchen Sie diese Ausstellung, verweilen Sie und erzählen Sie Ihren Familien, Arbeitskolleg*innen und Freund*innen davon. Salopp gesagt, das ist wirklich ganz großer Bahnhof hier. Vielen vielen Dank an die Macher*innen und Unterstützer*innen für diese wunderbare Ausstellung, das innovative Konzept und diese Message, welche ich ganz persönlich um ein kleines Detail ergänzen möchte: „Yes, we are Part of Culture“.

Für den Vorstand, Siri Kuminowski.

 

 

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QUEER ARCHIVES INSTITUTE

17. September 2018, Beginn: 19:00

Künstlergespräch mit Karol Radziszewski, Gründer des QAI und Herausgeber des DIK Fagazine

Das Queer Archives Institute ist eine unabhängige Organisation, die sich der Erforschung, Sammlung, Digitalisierung, Präsentation, Analyse und künstlerischen Interpretation von queeren Archiven mit einem besonderem Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa widmet. Das QAI wurde im November 2015 von Karol Radziszewski gegründet und ist ein langfristiges Projekt, das mit Künstler*innen, Aktivist*innen und Akademiker*innen zusammenarbeitet.

Karol Radziszewski lebt in Warschau, Polen, wo er nach seinem Studium an der Kunstakademie 2005 das DIK Fagazine gründete. In seinen Worten ist es „das erste Magazin aus Osteuropa, das sich mit dem Thema Männlichkeit und Homosexualität im breiten Kontext von Kultur und Kunst auseinandersetzt“. Neben Polen schreibt Karol darin unter anderem über Rumänien, Estland, Lettland, Serbien, Tschechien und Ungarn vor dem Ende der Sowjetunion. Die bisherigen zwölf Ausgaben des DIK Fagazine berichten über Cruising-Bereiche, schwule Nacktstrände, Zines und die ersten Reaktionen auf die Anfänge der AIDS-Epidemie im früheren sogenannten Ostblock sowie über aktuelle Ereignisse in Polen. Wir zeigen Ausschnitte aus Gesprächen, die Karol mit Zeitzeug*innen führte. Im Anschluss findet eine Diskussion mit Philipp Gufler, Künstler und Mitglied des forum homosexualität münchen, statt.

Die Veranstaltung in englischer Sprache ist eine Kooperation von Lothringer13_Florida und dem forum homosexualität münchen e.V.

  

LOTHRINGER13_FLORIDA

Lothringer Straße 13, RGB, 81667 München

Abbildung: AIDS series von Radziszewski

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Philipp Gufler erhält den Förderpreis der Landeshauptstadt München in der Fachrichtung Bildende Kunst

Philipp Gufler: Quilt #21 (Paul Hoecker), 2018, Siebdruck auf Stoff, 1,80 x 0,90 mHerzlichen Glückwunsch an unser Mitglied Philipp Gufler, der am 15. Mai 2018 einen Förderpreis der Landeshauptstadt München in der Lothringer13_Halle erhielt. Ein Ausschnitt aus der Jurybegründung:

"Ein wichtiges Motiv ist für ihn die Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern in kollaborativen Projekten. Die Medien, die er zur Realisierung seiner Werke einsetzt, reichen von Siebdruck und Videoinstallationen bis hin zu Künstlerbüchern und Performances.

Im Zentrum seines Schaffens steht das Thema des menschlichen Körpers und seiner Begehren sowie die Frage nach der eigenen Identität. Ein Kernthema seiner künstlerischen Forschung bildet die jüngere Geschichte der Homosexualität, sowohl der lokalen Münchner wie der internationalen Szene. Wissenschaftliche Quellen ebenso wie literarische Texte, Reportagen und Berichte über historische und aktuelle Ereignisse und den Alltag, die Kultur und die Geschichte von Homosexuellen fließen in seine Projekte ein. So erinnert Philipp Gufler etwa in seiner komplexen Installation, die er in der Lothringer13 Halle präsentiert, an den Maler Paul Höcker (1854-1910) und seine Geschichte. Höcker musste seine Professur an der Münchner Akademie 1907 aufgeben, weil er einen befreundeten, stadtbekannten Strichjungen als Modell für ein Madonnenbild gewählt hatte. Philipp Gufler bringt mit dieser Installation den Betrachter auf berührende poetische Art und Weise zur kritischen Reflexion über eine gesellschaftliche Thematik, die heute wie damals nichts an Relevanz verloren hat.Philipp Gufler: Orasol® Gelb 4gn_ Nickeltitangelb, 2018, Siebdruck auf Spiegel, 1,19 x 1,35 m; Kobaltgrün Blaustichig a _ Krapplack aus Wurzeln, dunkelrot (Tigerauge Tyoujicha), 2018, Siebdruck auf Spiegel, 1,19 x 1,35 m

Philipp Gufler überzeugte die Jury durch sein beeindruckendes künstlerisches Werk, das seine grundlegende Recherche und Reflexion über historische und aktuelle Ereignisse in überzeugende künstlerische Darstellungen transformiert." 

Quelle: muenchen.de 

 

Abbildungen: Philipp Gufler, "Quilt #21 (Paul Hoecker)", 2018, Siebdruck auf Stoff, 1,80 x 0,90 m; "Orasol® Gelb 4gn_ Nickeltitangelb", 2018, Siebdruck auf Spiegel, 1,19 x 1,35 m; "Kobaltgrün Blaustichig a _ Krapplack aus Wurzeln", dunkelrot (Tigerauge Tyoujicha), 2018, Siebdruck auf Spiegel, 1,19 x 1,35 m, Foto: Philipp Gufler

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Letzte Änderung: 11.06.2018 (FHM)