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Das forum homosexualität münchen e.V.

Das forum homosexualität münchen e.V. ist ein Verein für Geschichte, Kultur und Alltag
des LGBTIQ*-Lebens in München.
Mehr über uns hier.

 

 

München sucht seine LGBTI*-Geschichte

Ein Sammlungsaufruf

Das Münchner Stadtmuseum, das Stadtarchiv München und das forum homosexualität münchen e.V. – Lesben und Schwule in Geschichte und Kultur suchen gemeinsam nach Objekten und Unterlagen zur aktuellen und vergangenen Münchner LGBTI*-Stadtgeschichte.

Das Münchner Stadtmuseum und das Stadtarchiv München fungieren als das kulturelle und materielle Gedächtnis der Stadt und veranschaulichen auf vielfältige Art und Weise die Stadtentwicklung und Stadtkulturen Münchens. Die Sammlung zeitgeschichtlich jüngerer Themen, mit dem Blick auf die diverse Münchner Stadtgesellschaft, stellt dabei ein recht neues Feld dar. Themen wie Migration, Prekariat, Mobilität oder auch LGBTI* wurden in der städtischen Dokumentation bislang nicht systematisch bearbeitet.

Zeitschrift „Lesbenpresse Nr.3“, München 1976, forum homosexualität e.V.LGBTI*-Geschichte bewahren und sichtbar machen

Wir sind deshalb sehr froh darüber, dass wir für das Projekt auch eine Kooperation mit dem forum homosexualität münchen e.V. schließen konnten, welches sich seit nunmehr fast 20 Jahren der Archivarbeit und Vernetzung im Bereich LGBTI* verschreibt. In enger Zusammenarbeit wollen wir nun die Sammlung von Münchner LGBTI*-Geschichte(n) weiterentwickeln und professionalisieren sowie den Bestand an Unterlagen und Objekten übergreifend ausbauen und systematisieren. Unser Ziel ist es, die Geschichte der Münchner LGBTI*-Communitys als essentiellen Bestandteil des Münchner Stadtlebens in ihrer großen Diversität zu bewahren und darzustellen.

Wir suchen nach persönlichen Erinnerungsstücken und Alltagsgegenständen, Fotografien, Video- und Tonaufnahmen, Flyern, Flugblättern, Plakaten, Aufklebern, Transparenten, Fahnen, Einladungen, Eintrittskarten, Tagebüchern, Kleidungsstücken sowie weiteren Gegenständen und Unterlagen, die für das Leben von Münchner*innen aus den LGBTI*-Communitys und der lesbisch-feministischen Frauenbewegung von Bedeutung waren und sind.
Neben Objekten von Privatpersonen sind für uns auch Gegenstände und Unterlagen von Interesse, welche die Entwicklung der LGBTI*-Communitys sowie das Wirken von Vereinen, Verbänden, Zentren, Initiativen oder Netzwerken in München dokumentieren. Auch Lokale, Läden oder andere wichtige Orte, die für die Szenen von Bedeutung waren und sind, möchten wir abbilden.

Kontaktieren Sie uns!

In Ihrem Umfeld gibt es Personen, die gerne ihre Erinnerungen teilen möchten? Sie wollen selbst dabei helfen, die Münchner LGBTI*-Geschichte(n) zu bewahren und sichtbar zu machen?

Sie besitzen zum Beispiel noch ein Protestplakat oder Streitschriften von Demonstrationen für LGBTI*-Rechte? Ein Erinnerungsstück eines längst geschlossenen Lokals, das als Treffpunkt genutzt wurde? Ein Kleidungsstück, das Sie bei Ihrer Verpartnerung/Eheschließung oder am liebsten beim Weggehen trugen?

Dann kontaktieren Sie uns direkt oder berichten Sie von unserem Projekt!
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Projekt „München sucht seine LGBTI*-Geschichte“
E-Mail: lgbti.geschichte(at)muenchen.de
Tel. +49-(0)89-233-20616

LGBTI*: Lesbian, Gay, Bisexual, Trans*, Inter*, Abbildung: Zeitschrift „Lesbenpresse Nr.3“, München 1976, forum homosexualität münchen e.V.: 

Flyer

 

 

Weltbürger und Vorkämpfer der gleichgeschlechtlichen Liebe –

Erich Haas zur Erinnerung

Am 25. März nahmen auf dem Münchner Nordfriedhof rund 50 Freunde und Wegbegleiter Abschied von Erich Haas. Der bekannte Hotelfachmann war mit fast 100 der wohl älteste Pionier der Schwulenbewegung in Deutschland. Aufgrund des entspannten Umgangs mit seiner sexuellen Orientierung wurde er auch von vielen jungen Menschen verehrt... weiterlesen
Artikel der Siebenbürgischen Zeitung, erschienen am 5. Juni 2019


Erich Haas: "...Eines Freundes Freund sein"

In Erinnerung an Erich Haas (1919 - 2019)

Am vergangenen Mittwoch, den 20. Februar 2019 ist Erich Haas gestorben. In fünf Monaten wäre er 100 Jahre alt geworden. Er war wahrscheinlich der älteste schwule Mann Münchens,  zumindest der älteste, der offen als "Homo" lebte, wie er sich selbst lieber bezeichnete.

Sein Leben reichte in längst vergangene Zeiten zurück, sein siebenbürgischer Dialekt wies auf seine Herkunft aus der deutschen Volksgruppe im heutigen Rumänien hin. Mit seiner gutbürgerlichen Familie musste er seine Heimat im Zweiten Weltkrieg verlassen und ließ sich in Bayern nieder. In München lernte Erich 1946 seinen Mann Klaus kennen, mit dem er 40 gemeinsame Jahre verbringen sollte. Mit dem ihm eigenen Selbstvertrauen integrierte er sein schwules Leben in das seiner konservativen heimatverbundenen Familie und erreichte es, akzeptiert zu werden.

Erich war Hotelfachmann von der Pike auf und konnte als Empfangschef im Hotel Bayerischer Hof die Berühmtheiten der Welt empfangen.

Von 1958 bis 1960 war ihr gemeinsames "Petit Café", in der Nähe des Isartors, einer der ersten Treffpunkte für Homosexuelle in München im Nachkriegsdeutschland. Durch eine Unvorsichtigkeit mit einem gemeinsamen Geliebten gerieten Erich und Klaus in die Fänge der Staatsanwaltschaft. Die Justiz griff mithilfe des Unrechtsparapraphen 175 hart durch, und Erich verlor im Jahr 1960 einen ihm in Aussicht gestellten Job.

Trotz aller Rückschläge und dem Tod seines Lebensgefährten, dem er 2009 seine Autobiografie "...eines Freundes Freund zu sein..." widmete, ließ Erich sich nicht entmutigen und trat schließlich auch, mithilfe des forums homosexualität münchen e.V., als Zeitzeuge in der Öffentlichkeit auf. 15 Jahre seines Lebens durften wir ihn begleiten, immer in der Gewissheit, einen guten Freund als Unterstützer und Ehrenmitglied an der Seite zu haben. 

Wir trauern um Erich und werden ihn im Gedächtnis und in unseren Herzen bewahren.

Erich Haas im Videoporträt

Foto: Videoportät Erich Haas 

Lorenza Böttner, ein Gespräch mit Irene Böttner und Viktor Neumann

2. Oktober 2019, Beginn: 19:00

Die Künstlerin Lorenza Böttner arbeitete interdisziplinär: In ihren Selbstporträts, Fotografien, Zeichnungen, Installationen und Performances „widersetzt sie sich den Prozessen der Entsubjektivierung und Entsexualisierung, dem Wegsperren und Unsichtbarmachen von funktional andersartigen und Transgenderkörpern“ (aus dem Ankündigungstext des Württembergischen Kunstvereins). Nachdem eine kleine Auswahl von Lorenza Böttners Arbeiten auf der documenta 14 gezeigt wurde, organisierte der Philosoph Paul B. Preciado in Zusammenarbeit mit Viktor Neumann eine erste umfassende Retrospektive ihrer Werke, die 2018 in Barcelona und 2019 in Stuttgart zu sehen war. Böttners künstlerische Arbeit ist eng mit ihrer Biografie verwoben. Lorenza Böttner wurde 1956 als Ernst Lorenz Böttner in Chile geboren. Mit acht Jahren erlitt sie einen schweren Unfall, durch den sie beide Arme verlor. Daraufhin zog sie mit ihrer deutschsprachigen Mutter nach Deutschland und wurde zusammen mit contergangeschädigten Kindern eingeschult. Nach ihrem Studium an der Gesamthochschule (heute Kunsthochschule) Kassel lebte sie in Barcelona, New York und in München, wo noch heute ihre Mutter Irene wohnt. 1994 starb Lorenza Böttner an einer HIV-bedingten Krankheit.

Nach einer Einführung in Böttners Arbeit durch den Kunsthistoriker Viktor Neumann findet ein Gespräch über die Künstlerin und ihr Leben in München statt. Das Gespräch wird geführt von Irene Böttner, Viktor Neumann und dem Künstler Philipp Gufler (forum homosexualität münchen e.V.).

Ort: lothringer13_florida, Lothringer Str. 13  //  Eintritt frei

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Lothringer13_Florida und dem forum homosexualität münchen e.V. Abbildung: Lorenza Böttner, Ohne Titel (undatiert), Pastellkreide auf Papier, 137 x 170 cm;

forum homosexualität münchen e.V.
Bayerstr. 77a RGB III
D-80335 München
Tel.: 0 89/23 26 97 94

Bürozeiten:
DI 12–18 Uhr,
MI + DO 10-16 Uhr
und nach Vereinbarung

  

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Letzte Änderung: 13.03.2019 (JIO)